Auch 2019 sind wir wieder Motorrad gefahren, dieses mal ging es durch Italien und rund um den Gardasee:
Die Vorbereitung laufen auf Hochtouren. Die Planung hat schon begonnen. Schwerpunkt der Tour sollen dieses Jahr die Dolomiten und der Gardasee sein.
Wir werden auch hier versuchen, ein Live-Tracking anzubieten, der Link wird dann jedoch nicht hier veröffentlicht, sondern direkt an die Daheimgebliebenen übermittelt.
Letzte Wartungsarbeiten am Motorrad werden heute durchgeführt: Öl, Luftdruck und Bremsbeläge kontrollieren. Der Rest müsste halten, nachdem letztes Jahr in den französischen Alpen samstags nachmittags die Reifen ersetzt und vor 3 Jahren – ebenfalls in Frankreich – die Batterie erneuert wurden 🙂
Die Planung der Tour ist abgeschlossen, statt der klassischen Pässe, die wir schon viele male gefahren sind, haben wir jede Menge kleine, kurvenreiche Sträßchen, insbesondere um den Gardasee herum.
Die Klamotten liegen bereit und das Visier ist geputzt.
Nach kurzen Diskussionen haben wir altersgerecht entschieden, keine Zelte mitzunehmen. Bisher haben wir immer noch eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden.
Anders als in den letzten Jahren treffen wir uns am Übernachtungsort… wahrscheinlich irgendwo hinter dem Hahntennjoch.
Nach dem Start um 6.00 Uhr bin ich trocken in Weißenbach am Lech angekommen und habe da zufällig die Mitreisenden getroffen, die schon gemütlich einen Kaffee getrunken haben:
Zufällig haben wir uns in Weißenbach am Lech getroffen
Wir haben auch ein Geburtstagskind dabei:
Das Geburtstagkind
Der Plan für den Abend steht also schon.
Jetzt wird noch etwas gefahren und dann eine Unterkunft gesucht. In Nauders beim Gasthof Lamm sind wir eingekehrt. Garage für das Motorrad, moderate Preise und freundlicher Wirt mit „bikers welcome“-Schild vor der Tür. Was will man mehr!
Das Geburtstagskind lädt uns zum Essen und Trinken ein in den “Goldenen Löwen” 😃
Dort haben wir fürstlich gegessen, etwas getrunken und auch danach noch viel Spaß gehabt.
Das Navi beweist: Ein schöner Motorradtag.

Nach der Geburtstagsfeier – egal wie lange sie geht oder wie viel getrunken wird – gilt um so mehr: Morgenstunden hat Gold im Mund:
Das Wetter ist Top, nicht zu warm und kein Regen. 8.00 Uhr Frühstück 😃
Frühstück im Lamm…
… mit herrlicher Aussicht vom Zimmer aus
Hop Schwyz! Am Reschensee vorbei sind wir in die Schweiz gefahren und über dem zauberhaften Umbrail-Pass.
Der Umbrail-Pass
Der Gavia-Pass war leider wegen eines Erdrutsches gesperrt. Wir sind deshalb über den Valico di trivigno gefahren, ein sehr kleiner, schöner Pass.
Der Valico di travigno
Verdiente Pause mit frapé con gelato – natürlich Schokolade
Eigentlich müssten wir heute noch an den Gardasee kommen.
Zunächst mussten wir noch den Passo del Vivione fahren. Sagenhafte kleine Straßen, die sich in engen Serpentinen den Berg hoch winden. Und gleich wieder runter…
Der Passo del Vivione
Das wäre ein schönes Bild, ohne die komischen Typen 🙂
Fast ganz ohne Regen sind wir bis zum Iseosee gefahren. Dort haben wir lange gesucht, aber keine Unterkunft bekommen, also sind wir die Route weiter gefahren. Gegen 19.40 Uhr sind wir auf einen Berg gefahren und haben dort tatsächlich eine lauschige Albergo gefunden, La Fabbrica, betrieben von den Fratelli Rizzini, in Gardone Val Trompia:
In den Bergen kann man nicht wählerisch sein. “From Dusk till Dawn” läßt grüßen…
Dafür haben wir von drinnen eine tolle Aussicht:

Und es gibt etwas leckeres zu Essen:

Jetzt lassen wir den Tag ausklingen…
Bis zum Gardasee hat es zwar nicht ganz gereicht, aber es war wieder ein schöner Motorradtag:

Nach den gestrigen Feierlichkeiten, an denen die meisten beteiligt waren, sind Teile der Reisegruppe etwas erschöpft… Zum Frühstück um 8:00 Uhr schaffen es aber alle pünktlich.
Weiter geht es über kleine und kleinste Straßen über den Passo Crocedomini, immer weiter Richtung Gardasee.

Der Crocedomini ist in weiten Teilen geschottert:
Straße ist nicht gleich Straße
Es bleibt aber auch Zeit, die Natur zu bewundern 😉 :
Auf dem Crocedomini
Schotterhelden
Endlich Wasser! Wir sind am Idrosee angekommen, mindestens so schön wie der Gardasee.
Der Idrosee
Vorbei am Ledrosee sind wir am Gardasee angekommen.
Der Gardasee
Der Gardasee und ich
Statt zu baden machen wir nur ein kurze Rast, dann geht es weiter, denn Berge und Kurven rufen uns mit lauter Stimme.
Vom Gardasee über den Monte Bondone nach Trento, das schönste Stück der Tour bis jetzt, schöner als die Dolomiten! Der absolute Streckenfavorit. In Trento haben wir noch kurz gerastet, dann geht’s Richtung Unterkunft.
Sieht aus wie Blutwurst, ist aber ein mächtiges Stück Schokokuchen
Endstation heute schon um 17.00 Uhr in Carbonare.

Hier sind wir nach einer nicht unerheblichen Wanderung an einem Gasthaus angekommen, bei dem es nichts zu Essen gab. Also noch weiter zur nächsten Pizza. Sympathisches Personal und hervorragende, echte italienische Pizza haben den Abend abgerundet.
Mit der Bestellung einer Runde Fermenta, natürlich in perfektem italienisch, haben wir die Bedienung zur Verzweiflung gebracht. Der Fernet Menta hat trotzdem geschmeckt!
Da die Bürgersteige in Carbonare um 22.00 Uhr schon hochgeklappt sind, bekommen wir heute ausreichend Schlaf.
An diesem Tag sind wir auf den kleinen Sträßchen zwar sehr viel gefahren und hatten sehr viel Spaß, haben aber nur 240km zurückgelegt und waren insgesamt 08:04 Stunden unterwegs.
Ab heute reisen wir mehr oder weniger zurück 🙁
Immerhin scheint die Sonne und wir haben östlich vom Gardasee noch schöne Strecken vor uns.
Wir sind um 10.30 Uhr kurz vor der Adria, auf 130m Höhe und es ist glühend heiß hier:

Und einen gravierenden Schaden haben wir erlitten:
Diese Schuhsohle hat sich wie von Zauberhand gelöst. Im Laufe des Tages ging auch die andere verloren 🙂
Wenn noch mehr abgeht, muss Heiko in Badeschlappen weiterfahren.
So sieht das aus, wenn wir fahren:
Fotograf Carlos macht es möglich

Ab dem Passo di Rolle war das Wetterglück vorbei und wir hatten kurz heftigen Regen, danach nur noch getröpfel.
Es regnet Katzen an Bindfäden auf dem Passo di Rolle
Auf dem Passo Lavazè hat ein Sturm am 28.10.2018 massiven Schaden angerichtet und zahlreiche Bäume entwurzelt. Die Klimakatastrophe zum Anfassen nahe:
Sturmschaden auf dem Passo di Lavazè
Wegen des Regens haben wir auf dem Passo di Lavazé Pause gemacht und einen Kaffee getrunken. Dort gab es die landestypische Süßspeise Straube zu genießen. Das Rezept für Straube verrät, dass die Inhaltsstoffe ausreichen, um die Fett- und Zuckerversorgung für mehrere Wochen zu sichern.
Um 18:00 Uhr sind wir über die alte Brennerstraße in Österreich angekommen. Jetzt suchen wir eine Unterkunft.
Nach einem weiteren heftigen Schauer sind wir in Ellbögen Hof Zach fündig geworden. Da, wo Männer sich wohl fühlen:
Auf dem Zach-Hof dominieren die Herzen und religöse Figuren neben Jagd-Trophäen
Der Zach-Hof ist seit 1703 Erbhof, also in der Hand einer Familie. Man ist hier sehr naturnah.
Aussicht vom Zach Erbhof auf die Brennerstraße
Heute ist ja der letzte Abend, also feiern wir sicherheitshalber schon mal Abschied 😃
Die Fahrstatistik für heute sieht nach wenig aus, ist aber doch beachtlich:
Fahrstatistik Tag 4
Heute steht die Rückfahrt an, von Ellbögen nach Hause. Ein Stück werden wir gemeinsam fahren.
Aber erstmal wird gefrühstückt. Die Wirtin hat in der Küche unserer Ferienwohnung gedeckt und uns Interessantes über Höfe, Almen und Viehhaltung erzählt.
Wir starten um 9.00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein. Da kann die klamme Kleidung endlich trocknen 😃
Schon früh, kurz nach Innsbruck, trennen sich unsere Wege.
Die Rückfahrt zieht sich, da es immer wieder Staus gibt.
Nachdem die Kleidung zunächst getrocknet war, ist sie bei 35°C jetzt wieder nass 🙁
Gegen 19.00 Uhr zuhause, Bestzeit, wenn auch mit Autobahn. Die Tagesstatistik erklärt die partielle Erschöpfung:

Auch die Mitreisenden sind – bereits um 18.00 Uhr – gut zuhause angekommen.
Insgesamt sind wir 39 Stunden und 5 Minuten gefahren und haben 2260km zurückgelegt.
Durchschnittlich sind wir am Tag 7 Stunden und 49 Minuten und 452,6km gefahren.
Das muss natürlich besser werden 😉
Allen ist klar: Nach der Tour ist vor der Tour. Es fehlt nur noch die zündende Idee für die Planung… aber es ist ja noch etwas Zeit. Anregungen werden wir uns unter anderem beim Kurvenkönig holen 🙂