Als der Urlaub bereits gebucht war, haben wir uns zum Kanzleiumzug entschieden. Der fand am 12.07.2024 statt und hat die Urlaubsreife endgültig herbeigefüht.
Wir sind entspannt gegen 8:45 Uhr gestartet und bis Feldkirch, Österreich, in das Hotel Weisses Kreuz gefahren.[^2] Dort sind wir gegen 16:00 Uhr angekommen.
[^2]: Hier hatte Ylvie ein T-Shirt vergessen, das per Post nachgeschickt wurde, sehr freundlich vom Hotelpersonal
Danach haben wir noch Vaduz besichtigt und lecker in Feldkirch gegessen. Ein gelungener Start in den Urlaub.
Nach einem leckeren und reichhaltigen Frühstück im Hotel sind wir gg. 9:00 Uhr losgefahren. Über Davos und St. Moritz schön durch die Berge Richtung Italien. Sylvia hat ihre Rennfahrergene entdeckt, leider hielten die nur so lange, wie sie selbst am STeuer saß. Um 15:00 Uhr sind wir in Marone angekommen und zuerst in den dieses Jahr recht wasserreichen See gesprungen.

Unser Steg am Strand
Fam. Schlich wird gegen 18:30 Uhr eintreffen, dann gehen wir essen.
Das Essen war so lecker an einem hervorragenden Tisch direkt am See, dass wir das EM-Finale [^1] lediglich im Liveticker verfolgt haben.
[^1]: Mit unverdienten Finalisten: Spanien war wegen des nicht gegebenen eindeutigen Elfmeters gegen Deutschland im Finale, England trotz unterirdischer Leistungen
Da wir mit wenig Proviant angereist sind, waren wir erstmal einkaufen. Nach dem Frühstück haben wir uns am Steg getroffen, wo wir teilweise direkt wieder eingedöst sind - das ist Urlaub!
Da Sylvia feststellen musste, dass Leif bei der letzten Nutzung des Salitos-SUPs dieses nicht nur völlig vermatscht eingepackt, sondern auch noch die Finne verschlampt hat, war die Urlaubsfreude doch deutlich getrübt. Bei dem SUP-Verleih auf dem Campingplatz nebenan hat sich herausgestellt, dass der Finnenkasten das Format US-Box hot, die Befestigungsschraube sich aber untypisch hinten an der Finne befindet. Der Hersteller teilt mit, dass es keine Ersatzteile mehr gibt...
Im Sitzen kann man dennoch mit dem SUP paddeln, da es 2 kleine Finnen hat. Immerhin.
Ylvia und ich sind mittags in eine Strandbar gepaddelt und haben dort einen Aperól Spritz getrunken und einen Erdbeerbecher geteilt.
Abends sind wir alle zusammen zur Pesce Fritto di Piccioli gegangen und haben dort unter Italienern die lokalen frittierten Fischspezialitäten genossen. Ein echt italienischer Moment.

In der italienischen Fischfrittiererei
Weiter ging es auf dem Rückweg zu einer weiteren "Barbude" am Straßenrand. Hier haben wir vor 2 Jahren schon schöne Stunden verbracht. Die Bedienung war außerordentlich sympathisch und hat uns am Schluss mit Baracchi[^3] verwöhnt. Hier möchten wir unbedingt nochmal hin.
[^3]: Dieser besteht aus den "4 White" - Bacardi, Gin, Wodka, Tequila, einer Pampelmusenlimonade und ein 4 Gummibärchen. Ev. gab es weitere Zutaten

In der Baracchi gibt es Baracchi und Aperól Spritz und Weiteres
Sylvia und ich sind früh aufgebrochen, um nach Süden zu fahren. Hauptsächlich, um die Weingüter Franciacorta (gesprochen Franchiakorta) zu besuchen. Vorher haben wir noch das Naturreservat angeschaut, wobei es hier nicht so viel zu sehen gab.

In diesem Reservat werden Moorlandschaften wiederhergestellt
Das erste Weingut mit dem Schild "Wine Tasting" haben wir anvisiert, Bersi Serlini.
Hier trafen wir auf einen sympathischen Mitarbeiter, der unter anderem in Deutschland gelebt hat. Die Verständigung war somit problemlos. Nach einer kurzen und kleinen Weinprobe haben wir das Weingut mit einer Kiste voll Wein und 2 Gläsern wieder verlassen, um etliche € ärmer natürlich.

Hier haben wir verschiedenste Franciacorta Weine probiert
Danach haben wir noch Clusane im Süden besucht. Wie auch 2022 in Iseo gibt hier immer wieder Kunst zu bestaunen:


Kunst am Strand von Clusane
Weiter ging es nach Sarnico, ganz im Westen. Hier gibt es zwei berühmte, balkonartig über das Wasser gebaute Eisdielen, die dem überschwenglichen Lob im Reiseführer vollumfänglich gerecht wurden.

Die Gelateria la gatta in Sarnico
Zurück hatten wir noch Zeit für Sport, Lesen und Schwimmen, bevor es zum Essen ging.
Abends waren wir nochmal in dem Restaurant mit dem kleinen, feinen Hof und dem Deutsch sprechenden Wirt essen.[^4]
[^4]: Die Damen klagten nachher über hochaggressive Mückenstiche, allerdings auch schon in den Tagen zuvor... Die Stiche waren jedenfalls zahlreich und heftig. Das große Stechen ging auch bis zum Ende des Aufenthalts am Iseosee weiter.

Tolle Aussicht und gutes Essen, außer der creme brulee, die recht verbrannt war
Auf dem Rückweg ist uns aufgefallen, wie malerisch die Kirche von Marone bei Nacht aussieht.

Die Kirche von Marone
Wir haben den Abend am Steg ausklingen lassen.
Am Morgen sind Nicole und Sylvia abgebrochen, um den Monte Marone zu erklimmen. Der Weg war steiler, die Sonne heißer und die Luft dünner, als erwartet. Wir waren alle froh, als sie lebend zurück waren.
Der Rest des Tages war zur freien Verfügung und wurde überwiegend am See und im See verbracht.
Abends waren wir in der Pizzeria Al Lago. Dem interkulturellen Einfluss der deutschen "Leitkultur" kann man sich auch hier nicht vollständig entziehen:
Danach sind wir - weil es auf dem Weg lag - in der Baracchi gelandet, wo ich einen Barrachi genießen konnte.
Heute ist Markttag. Ein Muss für jeden interssierten Urlauber, der in die Kultur des Gastlandes eintauchen möchte. Im Morgengrauen, schon um 9:15 Uhr, sind die Damen auf Schnäppchenjagd gegangen.
Dort haben wir eingekauft für das Picknick, das wir für den Abend geplant haben. Statt nach Santa Maria zu fahren, wie vor 2 Jahren, sind wir zur Chiesa del Santi Pietro e Paolo, ganz in der Nähe, gefahren. Nach einem kleinen steilen Kreuzweg sind wir auf dem Plateau angekommen und wuden mit herrlicher Aussicht belohnt.

Der Blick nach Norden

Der Blick auf unsere Anlage Direttamene al Lago von hier oben

Unser liebevolles und leckeres Picknick

Die Chiesa del Santi Pietro e Paolo

Der Sonnenuntergang

Hier wachsen mannshohe Agaven - oder agavenhohe Männer
Schon 2022 haben wir kranförmige Lichter auf der anderen Uferseite, wahrscheinlich in Gargarino oder Riva di Solto, gesehen. Wir wissen noch immer nicht was es ist, ein Kran, der 2 Jahre lang steht und so peppig beleuchtet wird, dürfte ausscheiden.[^5]
[^5]: Auf der notte bianca habe ich einen Einheimischen angefragt. Er bestätigte freundlich in gutem Englisch, dass es sich um einen Kran handelt. Auf den Hinweis, dass er schon vor 2 Jahren dort stand, erklärte er mir, wie lange alles in Italien dauert.

Was das wohl ist? In der starken Vergrößerung nicht zu erkennen
Den Abend haben wir mal wieder am Steg ausklingen lassen.
Heute morgen sind die 3 Damen und ich früh nach Lovere gestartet. Eine sehr ursprünglich-italienische Stadt mit einer Basilika, die von außen baufällig wirk und von innen mit sagenhaften Fresken und einer Orgel in Triptichongestalt erstaunt. Wir wurden sofort als Touristen identifiziert und haben ungefragt eine italo-englische Führung bekommen, abgelesen von ehemaligen Zetteln, den man ihre papierene Vergangenheit kaum noch ansehen konnte. Natürlich haben wir uns mit einer großzügigen Spende für dieses mundartliche Highlight bedankt.
Lovere ist ein schöner Ort, der sich auch zu präsentieren weiß:

Schöne Piazza in Lovere

Schönes Wortspiel
Den Nachmittag haben wir am See verbracht.
Abends zug eine Gewitterfront auf, es kühlte auf 25°C ab und teilweise regnete es. Da wir nicht reserviert hatten, gab es in Marone keinen Platz mehr für uns, um zu essen. Wir sind deshalb in die Osteria ca. 2km südlich unserer Unterkunft gegangen. Hier haben wir uns sichtlich wohl gefühlt, zumal es eine außerordentliche Weinauswahl zu bestaunen gab.
Auf dem Rückweg kamen wir am Barracchi vorbei. Lewin und Jacob waren vorgegangen und haben uns telefonscih mitgeteilt, dass nach der Betätigung des Schließknebels auf der Innenseite sich die Eingangstür zu unserer Wohnung nicht mehr öffnen lässt. Ein Schock in der Abendstunde. In der Anlage angekommen mussten wir feststellen, das auch wir die Tür nicht öffnen konnten. Zum Glück hatte ich noch die Telnr. von Beata, die einen Mitarbeiter vor Ort informierte, der mehrfach das Tor betätigt hat. Es stellte sich nach Ansprache heraus, dass er auf Beatas Hinweis das Tor überprüft hat statt unserer Tür. Letztlich konnte er die Tür öffnen und uns den Tipp geben, dass wir sie nicht mehr abschließen sollen.
Morgen müssen wir den Iseosee leider wieder verlassen. Entsprechende Wehmut schwingt überall mit.
Sylvia und ich haben in einem winzigen aber sehr schönen Bergsupermarkt die letzten Einkäufe erledigt.
Am Nachmittag gab es noch eine kleine Franciacorta-Verkostung:
Abends sind wir zur notte bianca, einem Dorffest in Marone. Die italienischen Feste sind um einiges lauter, später und schriller als wir es gewohnt sind. Wir haben uns satt gegessen, etwas getrunken und die jungen Leute unter uns waren tanzen.
Ausklingen ließen wir den Abend natürlich am Steg.
Um kurz vor 10:00 Uhr haben wir uns von Schlichs verabschiedet und sind nach Annecy aufgebrochen. Eine spannende Reise durch Westitalien, wo man nicht täglich entlang kommt.
Gelernt haben wir, dass alle Tunnel von Italien nach Frankreich ca. 50 € Maut kosten, genommen haben wir den Frijus-Tunnel.
Gegen 16:20 Uhr sind wir angekommen und noch ca. 2,9km zum See gewandert.
Früh am morgen nach dem Frühstück im Hotel haben wir uns Fahrräder geliehen. Dannach sind wir eine Runde um den Lac d'Annecy gefahren, immerhin 38km. Lewin war das nicht genug, er ist noch eine Runde alleine und deutlich schneller gefahren.
Danach sind wir wieder an unsere Bude Le Captain gegangen und haben uns mit Eis und einem Bier belohnt.
Abends waren wir im Etik essen, einem tollen Restaurant mit ausschließlich netten und sympathischen Mitarbeiterinnen.
Sport haben wir auch noch gemacht.
Hier ein paar Eindrücke des Tages:

Das wohlverdiente kleine Eis

Der alte Teil von Annecy

Der sauberste See Europas lädt überall zum Baden und Rasten ein

Einmal um den See = 38km

Zwischenzeitlich geht es recht steil aufwärts

Lewin war eine Runde nicht genug, er ist gleich eine weitere gefahren, 2 x 38km, Respekt
Vor lauter Begeisterung haben wir die Fahradmiete um einen Tag verlängert, damit wir morgen nochmal soviel fahren können.
Der letzte Tag war voller Wehmut, vor allem bei Sylvia. Wir sind noch an verschiedenen Stellen baden gegangen, Lewin und ich haben uns nochmal Annecy angeschaut und abends waren wir letztmals essen; es gab Fondue. Wir haben dann noch etwas gepackt.
Nach dem Frühstück im Hotel haben wir eingeladen und sind nach Hause gefahren. Das ging fast völlig staufrei und ohne Stress. Gegen 19:00 Uhr waren wir zuhause und der Urlaub damit leider vorbei.