Leif möchte nach seinem Abitur nach Hawaii fliegen, S und R wollen in dieser Zeit in den Urlaub fahren und Lewin hat Schule und möchte nicht mit. Also bringen wir Leif am 02.07.2023 nach Frankfurt an den Flughafen und fahren danach weiter in die Bretagne.
Da wir mit E-Auto fahren, planen wir etwas mehr Zeit und eine weitere Übernachtung im Großraum Paris ein.
Am 03.07. hat Sylvia ja auch noch Geburtstag...
Um 5:00 Uhr Aufstehen ist nicht jedermanns Sache. Erst Recht wenn man dann erfährt, dass 6:00 Uhr auch gereicht hätte, weil Leifs Flug Verspätung hat. Also sind wir um 7:00 Uhr losgefahren und haben den kleinen Leif am Eingang zur Sicherheitszone abgegeben.
Auf dem Weg zum Auto kam uns Götz Alsmann, den wir erst am Freitag zuvor in Daun gesehen hatten, entgegen. Er hat mich aber nicht erkannt und es ging so schnell, dass er uns nicht ansprechen konnte.
Erster Ladestop Rüsselsheim Adam-Opelstraße 49.
Das spontan gesuchte Quartier kurz vor Paris war das Hotel Ibis budget in Chateau-Thierry Essômes-sur-marne.
Gestartet sind wir gegen 10:00 Uhr, nachdem wir reichlich und gut gefrühstückt hatten. Der Tag hat sich dann mit Stau, Fahren und Laden bis 18:30 Uhr hingezogen, als wir endlich in der Unterkunft Kerhel angekommen sind.

Die Einfahrt zum Pferdegut Kerhel
Die Unterkunft ist sehr bretonisch und wir waren bei der Mouline Galletes Essen und Cidre trinken. Hervorragnd.
Morgen müssen wir das Auto nochmal laden... bis auf den großen Zeitaufwand hat alles gut geklappt. Die Ladeinfrastruktur in Frankreich ist noch besser als in Deutschland.
Morgens gab es ein französisches Frühstück: Baguette, Kaffee, 2 Konfitüren und gesalzene Butter sowei Joghurt.
Dann sind wir losgefahren nach Aurey gefahren und haben einen Schnelllader gesucht. Er war gut versteckt, aber wir haben ihn gefunden. Die ADAC-Karte ging nicht, auch sonst konnte er keine Verbindung zum Fahrzeug herstellen. Um die Ecke war der nächste, dort hat alles funktioniert. Die Wartezeit haben wir im Intersport überbrückt.
Auray hat eine sehr schöne Innenstadt, Highlight ist St. Goustan, sehr pittoresk.

St. Goustan

Auch St. Goustan lebt im Rhythmus von Ebbe und Flut
Von dort sind wir nach Bono gefahren und haben die Hängeseilbrücke angesehen. Leider ist der Schiffsfriedhof nicht genau dort - so hatte es der Reiseführer beschrieben - wir haben ihn deshalb ausgelassen.
Von Bono aus sind wir nach Larmor-Baden und zu Fuß - bei Ebbe geht das - auf die Insel Berder. Mit Blick auf den Weg, haben wir einen Kaffee getrunken und beobachtet, wir der Weg zur Insel in der Flut verschwindet.

Blick vom Café auf die Insel Berder bei Ankunft

und wenig später
Dann wollten wir nach Arzon fahren, das waren aber knapp 50km, so dass wir nur bis Vannes gefahren sind. In Vannes gibt es den Eismeister und Chocolatier Alain Chartier. Hier haben wir hervorragendes Zitronen- und Erdbeersorbet sowie ein Schokoladeneis mit 80% Kakao gegessen. Ylvia ein Apfeleis und Salzkaramell gegessen, alles war hervorragend.
Weiter ging es nach Locmariaquer, bekannt auch aus Kommisar Dupin. Der Autor hat dem Präfekt den Namen dieser Stadt gegeben. Hier gibt es mehrere Menhire und Dolmen, der Ort ist wunderschön und typisch bretonisch mit einem ansehnlichen Hafen. Am Pointe de Kerpenhir - einer Aussichtplattform, weil hier die zweitheftigste Strömung durch eine Engstelle des Atlantiks fließt, haben wir ein Picnic gemacht mit Baguette Dolmen, Salami, Salzbutter und einer Cola Breizh, der bretonischen Cola, die sich vor der Coca oder Pepsi Cola nicht zu verstecken braucht.

Die Aussichtsplattform

Die bekannte Statue
Nach einem kurzen Abstecher im Hafen von Locmariaquer sind wir nachhause gefahren, froh über den schönen Tag (es ein paar mal weniger und auch mehr geregnet) und die vielen Eindrücke, die wir gewonnen haben.
Abends gab es dann nur noch eine kleine Wanderung um das Grundstück, ca. 35 Minuten...
Nach dem neuerlichen französischen Frühstück sind wir zunächst zur Halbinsel Quiberon gefahren. Dort gibt es einen Aussichtspunkt und einige Strände zu besuchen.
Hier ein paar Impressionen:

Es gibt hier auch weite Sandstrände

Das Trinken von Alkohol ist an den Ständen verboten

Felsig und wild, der Westen der Halbinsel

Sehr felsig, teilweise

und teilweise sehr wild

aber immer wunderschön

und beeindruckend

Was die Schnecken hier wohl finden?

Moos zeigt an, wie hoch das Wasser bei Flut reicht
Die Insel Bel Isle haben wir ausgelassen, alleine die Überfahrt dauert jeweils eine Stunde.
Stattdessen sind wir die ganze Ost- und Westküste von Quiberon auf der Suche nach allen Stränden abgefahren und sind fündig geworden.
Mittags sind wir noch 2 Stunden in den Pool gegangen.
Abends waren wir noch in der Pizzaria Don K'millo essen. Alles sehr lecker, liebenswürdiges Personal und ein guter Platz an der Sonne.
Nach dem Frühstück haben wir uns verabschiedet, in windeseile gepackt und sind abgereist.
Zunächst haben wir beim Intermarché eine Lade- und Einkaufpause eingelegt. Hier um die Ecke gab es einen Werksverkauf von Carabreizh, wo wir uns mit 5kg Salz, Plätzchen und Caramellsoße eingedeckt haben.

Das Auto lädt am Intermarché

Carabreizh Werksverkauf
Das erste Ziel war Le Bélon mit Chez Jacky, wo der Kommissar Dupin Austern zu essen pflegt. Bekannt für die Austernzucht.

so werden Austern gezüchtet

Das ist tatsächlich noch Meer

Am Bélon
Dann sind wir nach Pont Aven gefahren, einer Künstlerstatt, in der Paul Gaugin gewirkt hatte, bevor er in die Südsee umgesiedelt ist. Sehr interessant, pittoresk und touristisch bewirtschaftet.

Pont Aven und die Mühle, gemalt von Gaugin

Der Fluss durch Pont Aven
Von dort zum Strand Tahiti, einem spektakulär schönen Sandstrand. Natürlich kostenloser Zugang und freies Parken, vive la France! Die Handies waren im Auto, also keine Fotos...
Dann ging es weiter nach Concarneau, wo Kommissar Dupin seine Wirkungsstätte hat.
Wir wohnen hier im Hotel Ker Moor, das einem Schiff nachempfunden und mit der Einrichtung aus alten Frachtern eingerichtet ist. Sagenhaft eigen und schön, sehr nettes Personal. Das Hotel schließt an den Strand an und von unserer Terrasse aus sehen wir in 20m Entferung das Meer. Zu hören ist es natürlich auch.

Unser Hotel am Meer

Angekommen in Concarneau
Tag 2 in der Stadt des Kommissars Dupin. Nach dem petit déjeuner im Hotel sind wir in die Stadt gefahren, haben das Auto an einer auf einem Privatgrundstück aufgestellten Ladestation angeschlossen und sind in die Stadt gegangen. Dort war Markttag, ein großer vielfältiger Markt. Wir sind dann noch zum Restaurant l'Amiral (Hier gibt es tatsächlich ein Entrecote Kommissar Dupin) und zum Café de l'Atlantik gefahren.
Dann sind wir noch etwas durch die Stadt gegangen und haben den restlichen Tag vor unserem wunderschönen Hotel am Strand und später auf der Terrasse verbracht.

Der Eingang unseres tollen Hotels Kermoor, das einem Schiff gleicht

Blick aus dem Fenster beim Frühstück

Hotel und Strand aus anderer Perspektive

Upper Concarneau

Bretonisches überall

Man beachte das Entrecôte du "Commissaire Dupin"

Blick vom Ende der Insel in Richtung Insel

Blick vom Ende der Insel auf das gegenüberliegende Ufer

Blick vom Spaziergang auf die blickende Ylvie
Leider mussten wir unser Piratenschiffhotel am Strand nach dem leckeren Frühstück verlassen. Die freundliche Mitarbeiterin versicherte uns noch, das Crozon sehr schön und wild ist.
Zunächst haben wir Stopp gemacht in Locronan, einem feinen kleinen Städtchen, das zu den schönsten in Frankreich gehört.

Locronan

Locronan

Locronan
Danach weiter an der Küste lang, auf der Suche nach Stränden:

Plage de Lestrevet

Weiterer Strand unterwegs aus der Ferne
Dann kamen wir an in Camaret-sur-Mer. Untergebracht waren wir im Thalass-Hotel, direkt am Meer. Das Hotel hatte einen großen Pool, den wir intensiv genutzt haben. Danach gab es noch eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt und später im Hotel ein ausgezeichnetes Essen. Nach einem abschließenden Spaziergang durch Camaret-sur-mer und Beobachtung des Sonnenuntergangs am Strand ging es ins Bett.

Sonnenuntergang 1

Sonnenuntergang 2
Camaret-sur-Mer hat auch einen Schiffsfriedhof:

Schiffsfriedhof
Am nächsten Morgen gab ein ausgiebiges Frühstück mit Meerblick.

Ausblick beim Frühstück
Der Weg nach Osten hat uns zunächst nach Morlaix geführt, eine schöne Stadt mit einem beeindruckenden Viadukt und unglaublich reichlicher Blumenbepflanzung.

Morlaix
Von dort wir zurück nach Cleder, dem Plage de Amients.

Der Strand bei Cleder

Der Strand bei Cleder

Der Strand bei Cleder
Dann weiter nach Perros-Guirec ins das Brit-Hotel. Bei dem außerordentlich freundlichen und hilfsbereiten Hotelier haben wir Tipps für das Essen und die Ansicht der Cote granite rose bekommen.
Diesen sind wir gefolgt und zunächst zur Halbinsel Renolte gefahren. Die rosa Granitformationen sind hier besonders spektakulär.

Die rosa Granitfelsen

Die rosa Granitfelsen

Die rosa Granitfelsen

Ein Haus bei den rosa Granitfelsen
Nur ein kleines Stück weiter, Ploumanac'h:

Die rosa Granitfelsen

Die rosa Granitfelsen
Vom sehr freundichen Hotelier sind wir nach Erquy gefahren. Ein toller Strand mit warmem Wasser und schönen Wellen. Das Städtchen hinter dem Strand hat uns auch gut gefallen.

Es gibt auch immer etwas zu Lernen

Der Hafen von Erquy
Von da ging es an den Strand vor Cap Ferhel:

Cap Ferhel

Cap Ferhel

Cap Ferhel

Cap Ferhel

Cap Ferhel
Wir haben die letzten 2 Übernachtungen eine Ferienwohnung in Pleurtuit, nahe Dinard. Dort sind wir abends noch hingefahren, ein größere Stadt mit viel Leben auf den Straßen.
Vorher waren wir im Super U einkaufen, nachdem wir den Intermarché und danach den E. Leclerc bereits besucht hatten.
Der Tag starteten mit einem Frühstück in der Ferienwohnung. Danach fuhren wir nach Saint-Malo. Dort sind wir den obligatorischen Weg auf der Festungsmauer entlanggegangen, haben das Naturwasserschwimmbad gesehen und verschiedene Festungseinreichtungen gesehen.

St. Malo

St. Malo

St. Malo
BTW: Das Auto hat in der Zwischenzeit geladen
Danach sind wir nach Dinan gefahren. Ein schönes Städtchen, aber stark touristisch geprägt.
Für nur 20 Euronen konnten wir eine Fahrt mit dem Dinan-Äbbelwoiexpress machen. Eine 45minütige sehr informative Fahrt.
Danach mussten wir die Parkuhr mit einem weiteren Budget füttern, das in anderen Teilen der Welt zur Versorgung der Familie reicht. In unmittelbarer Nähre haben wir einen hervorragenden Kaffee getrunken und leckere Crepes gegessen, serviert in Minuten mit herausragender Freundlichkeit.
Zum Abschluss des Tages sind wir in Pleurtuit zum Intermarché hyper gefahren und haben dort Fisch, Nudeln, Pesto,, Ladin und Haushaltsgegenstände gekauft, die es zuhause so nicht gibt.
Nach dem leckeren, selbst zubereiteten Essen hat es - leider - geregnet, so dass es sich nicht mehr gelohnt hat, einen weiteren Sonnenuntergang am Meer anzusehen.
Da Etretat völlig überlaufen war, sind wir weiter nach Fécamp gefahren. Strand und Küste sind auch hier herrlich, aber alles ist schon deutlich rauher, als in der Bretagne:

Die Kreidefelsen von Fecamp

Die Kreidefelsen von Fecamp

Die Kreidefelsen von Fecamp
Um einen kleinen Abenteuerfaktor in den Urlaub zu bringen, wollten wir mit dem E-Auto in die Bretagne fahren. Das hat auch gut geklappt, man muss den Eigenheiten eines elektrischen Autos gerecht werden und stets die Nerven behalten, dann ist es kein Abenteuer. Außerdem muss man die beim Laden gewonnene Zeit sinnvoll nutzen.
Wir haben auf der 1100km langen Hinfahrt 8 x nachgeladen. 1 x, nämlich in Chateau-Thierry, nur weil ein Schnelllader am Hotel stand. Außerdem haben wir die Ladeplanung am Anfang sehr konservativ eingestellt. Ankommen mit mindestens 20% Ladestand und nur bis 80% laden. Das geht auch deutlich mutiger.
Geladen haben wir wie folgt:
Rüsselsheim

Rüsselsheim
Waldmohr

Waldmohr
Metz

Waldmohr
Valmy in der Champagne

Valmy
Château-Thierry

Chateau-Thierry
Janvry

Janvry
Sargé-lès-le-Mans

Sargé-lès-le-Mans
Queartiers Quest, Rennes

Queartiers Quest
Das ganze nimmt natürlich seine Zeit in Anspruch, aber Umweltschutz ist nicht umsonst.
In der Nähe unserer ersten Unterkunft in Locoal-Mendon, gab es eine Ladestation von "Freshmile", die weder die ADAC-Ladekarte noch eine Mastercard akzeptiert hat. Aus Protest haben wir hier nicht geladen.
Danach haben wir etwas beliebig geladen, es waren in der Bretagne selbst auch keine großen Strecken zu fahren:
Auf dem Weg von Kerhel nach Concarneau haben wir in Landévant beim Intermarché einen Halt gemacht. Nach dem Einkaufen war der eC4 schon wieder bei 90%.
Einen kleinen Aufreger gab es noch ganz am Schluss. Der letzte Ladestopp sollte in Düren stattfinden. Die erste IONITY-Säule auf der Raststätte funktionierte nicht. Auch die der ARAL in Düren nicht. Bei einem Hornbach im Industriegebiet war die Schranke geschlossen, so dass die Ladesäule nicht zugänglich war. Bei einem Bauhaus in einem anderen - sehr abgelegenen - Industriegebiet ging das Laden auch nicht. Also zurück in die Stadt zur ARAL und Citroën informiert. Während der Wartezeit auf den ADAC habe ich die Batterie getrennt, ca. 10 Minuten danach funktionierte das Schnellladen und wir sind - etwas 90min später als geplant - gut zuhause angekommen.
Klares Fazit:
Mit diesen Tipps lässt sich entspannt und zuverlässig mit etwas mehr Zeitaufwand gut elektrisch reisen.
Wir sind insgesamt über 3000km gefahren und waren nie in Sorge, das wir die nächste Ladestation nicht erreichen würden.