Hier findest Du einen kleinen Reisebericht zu unserer Alpenpasstour 2021.
Die neuesten Einträge stehen oben, die älteren also unten 😀
Hier kannst Du sehen, wo wir waren und gerade sind:
Hier findest Du die Aufzeichnung des Navigationsgerätes als gpx-Datei:
Anreise 01.09.2021
Tag 2 02.09.2021: Lessinische Berge
Tag 3 03.09.2021: Monte Bondone
Tag 04.09.2021: Brasaschlucht und der Parco Alto Garda bresciano
Heimfahrt 05.09.2021
Das Alter und die kleinen Straßen fordern ihren Tribut. Die Nettofahrzeiten werden kürzer, die Ruhezeiten länger:
| Tag | Fahrzeit Stunden | Strecke km |
|---|---|---|
| Anreise | 9:17 | 723 |
| Tag 1 | 4:34 | 212 |
| Tag 2 | 3:49 | 197 |
| Tag 3 | 5:30 | 220 |
| Rückreise | 11:36 | 866 |
| Summen | 34:46 | 2218 |
Für das nächste Jahr sind wieder die Dolimiten mit den Klassikern einschließlich Cortina d'Ampezzo oder Frankreich geplant. Obwohl wir das Hotel Primo liebgewonnen haben, wird es jetzt Zeit, mal wieder eine Rundfahrt mit offenen Übernachtungen anzugehen, vielleicht sogar mit den Zelten. Der Hotel Luxus führt doch zur Verweichlichung...
Dann sind auch wieder größere Strecken größere Straßen zu fahren. Auch die unbefestigten Wege, die wir künftig meiden, haben uns viel Zeit gekostet.
Alle Motorräder haben gehalten, niemand hat sich ernsthaft verletzt. Darüber hinaus hatten wir in unserer Männerrunde mal wieder Spaß und Gemeinschaft, was wir uns sonst ja das ganze Jahr über kaum können.
Weiter geht es mit der Planung der Alpenpasstour für das Jahr 2022...
Heute ist die Rückreise angesagt. Von den 3 Varianten Fernpass, Timmelsjoch und Reschenpass haben wir uns für den Reschenpass entschieden. Hier fahren wir noch über den Gaviapass, den Passo Tonale, das Stilfser Joch und den Umbrailpass. Das Timmelsjoch sind wir auf der Hinfahrt schon gefahren und auf dem Fernpass erwarten wir Stau wegen des Rückreiseverkehrs.
Um 7:45 Uhr saßen wir nach dem Packen schon beim Frühstück. Geplante Abreise 8:45 Uhr, der Tag wird lang...
Die Pässe sind wir wie geplant gefahren und haben uns wirklich rangehalten. Herausragend ist der Gaviapass mit 2652m. Die Straße ist von überschaubarer Qualität, aber die Passpassage kostet nichts. Anders als das Timmelsjoch, das nur 2509m hoch ist, 15 € bei einfacher Überfahrt mit dem Motorrad kostet und so tut, als wäre des der Mount Everest.

Der Gaviapass ist auf diesem Schild besonders hoch

Schnee nahe dem Gaviapass
Der Alterspräsident hat einmal am Ende eines Bremsvorganges sein Motorrad umgeworfen, dabei ist ein Spiegel abgerissen und Schmerz im Bein entstanden.
Später habe ich erfahren, dass er bei einem abgebrochenen Überholvorgang mit einem Koffer ein Fahrzeug berührt hat. Sieht nicht so aus, war aber vielleicht doch ein Glückstag für ihn, da hätte Schlimmeres passieren können.
Die Strecke war bis Füssen jedenfalls herrlich, aber leider waren wir erst gegen 16:00 Uhr wieder in Deutschland.
Nach ein paar Kilometern haben wir angehalten, um noch etwas zu essen und uns zu verabschieden. Joggi war schon eine Abfahrt davor zum Tanken herausgefahren.
Nach dem Essen sind Heiko, Carlos und Walter und ich kurz vor Ulm ebenfalls getrennt gefahren. Walter ging auf dem Heimweg noch verloren.
Ich hatte recht viel Stau bis Stuttgart, bei Pforzheim sogar eine Vollsperrung, so dass erst um 23:00 Uhr zuhause war, obwohl ich nur 2:30 Stunden Pause gemacht habe; die Hessen waren schon gegen 21:30 Uhr.

Kleiner Motorradmarathon
Für das nächste Jahr wird das Navigationssystem so eingestellt, dass unbefestigte Straßen ausgeschlossen werden. Davon haben wir jetzt genug befahren.
Außerdem würden wir gerne wieder eine Rundtour über Pässe fahren mit unbekannter Übernachtungslokalität.
Der Tag begrüßt uns wieder mit herrlichem Wetter.

Blick aus dem Hotelzimmer
Bis 9:00 Uhr haben auch die Letzten das Frühstück eingenommen, so dass wir bald starten können. Heute sollten wir die längste Etappe fahren, ein kleiner Vorgriff auf die lange Heimreise 😭 morgen.
Vor der Abfahrt musste erstmal geschraubt werden: An der Ducati sind 4 von 5 Schrauben des Kupplungsdeckel-Deckels verschwunden. Eine Klebelösung scheiterte daran, dass niemand Klebeband dabei hatte. Also wurde der Deckel abgeschraubt und ruht sich im Zimmer aus, während wir fahren.
Leider war die Einfahrt zur Brasa-Schlucht gesperrt; wir haben aber einen anderen Zugang zu den Bergen über Limone und Tremosine gefunden. Dort sind wir ein paar schöne Runden auf kleinen, aber feinen Straßen gefahren.

Der Gardasee von oben

Gruppenbild bei Tremosine
Dann ging es weiter Richtung Valvestino. Dort wurde der Lagi di Valvestino aufgestaut, ein riesiger Stausee, der deerzeit relativ wenig Wasser führt.
Hinter Valvestino war die Straße gesperrt. Von anderen Motorradfahrern haben wir erfahren, dass sie schon eine Stunde warten. Grund war ein Bergrennen. Nach ca. 3 Minuten Wartezeit wurde die Strecke für uns ggeöffnet und wir konnten die Bergralley-Strecke nachfahren. Dort standen auch noch 3 Autos, die einen Unfall erlitten haben und wrden geborgen. Ein abbsoultes Highlight.
Am Idrosee haben wir dann in der Gelateria Bounty bei Eis und Hamburgern Pause gemacht.

Eis am Idrosee, lecker!
Erstaunlicherweise hat sich Carlos als fanatischer Timmelsjoch-Fan erwiesen. Immer klebt er sich Timmelsjoch-Aufkleber irgendwohin, obwohl ihn darauf hingewiesen haben, wie kindisch das ist und sie auch schon entfernt haben:

Der Timmelsjoch-Fan Carlos
Weiter ging es über den Passo della Spina, Passo della berga und den Passo del dosso Alto. Eine hochinteressante Strecke, recht schmal, dann schmaler, zum Glück kein Schotter. Also Anfangs kein Schotter, es wurde hinter dem Idrosee immer rustikaler und irgendwann bestand auch der Fahrbahnbelag nur noch aus Steinen.

Es geht auch ohne Fahrbahnbelag
Eine außergewöhnliche Strecke, die mit Sicherheit nicht jeder Motorradfahrer fährt.
Nachdem dieser Weg bewältigt war, ging es weiter. Es dauerte nicht lange, bis wir zum Croce Domini kamen. Den kennen wir schon aus den letzten Jahren, so dass weder der fehlende Belag noch die tiefen Löcher jemanden überrascht haben.

Mal wieder am Croce Domini :-)

Herrliche Landschaft am Croce Domini
In Storo hat uns das Navigationssystem durch ein Maislabyrinth geführt. Auch das ist kein Motorradfahreralltag.
Gegen 18:15 Uhr waren wir dann alle wohlbehalten im Hotel.
Leider hat das Navi die Tagesstatistik verschluckt, Wir sind aber 8:46 Stunden gefahren und haben ca. 200km zurückgelegt.
Jetzt geht es weiter zur letzten After-Show-Party :-)
Nach dem Essen sind wir mit einer Handvoll Getränken noch an den See gegangen und haben das milde Klima genossen.
Auf dem Weg dorthin haben wir den Unterschied zwischen Facepalm und Palmface kennengelernt:

Das ist ein FacePalm 🤦♂️ - das Bild zeigt ein PalmFace 😀
Da alle früh schlafen gegangen sind und weniger getrunken haben als möglich gewesen wäre, waren wir heute auch alle früh auf und fit. Von 8:00 bis 9:00 Uhr haben wir ausgiebig gefrühstückt, um 9:30 soll abgefahren werden.
Heute geht es Richtung Trient mit dem Motorrad-Sahnestück Monte Bondone.
Kurz nach dem Start sind wir an einem herrlichen See vorbeigekommen, Lago Cavedine. Hier haben wir die erste Pause gemacht und bedauert, dass wir die Badehosen im Hotel liegen lassen haben.

Der Lago di Cavedina
Danach sind wir kleine Straßen gefahren und aus allen Richtungen über den Monte Bondone. Jetzt machen wir kurz vor Sardagna eine Kaffeepause.

Kurz vor Sardagna
Heute sind wir keine Schotterstraße gefahren, dafür eine kleinere Straße dreimal.
Natürlich haben wir auch noch Pausen gemacht. Nach dem verregneten Sommer gab es kein Halt mehr und fast alle Reisenden haben die Sonne in vollen Zügen genossen:

Wahre Sonnenanbeter
Heute waren wir faul, schon um 15:30 Uhr sind wir im Hotel eingetroffen.

Die Tagesstatistik
Die Tagesstatistik zeigt, jeden Tag wird weniger gefahren.
Da noch Vorräte von gestern übrig sind, kann die After-Show-Party direkt beginnen. Hoffentlich sind nicht wieder alle um 21:30 todsterbensmüde...

Naturtrübes Bier in ungewöhnlicher Flasche
Nachtrag: Um 21:30 Uhr war noch niemand müde, aber alle durstig. Walter hat sich erst gegen 22:00 Uhr hingelegt, der Rest hat bis ca. 0:30 Uhr philosophiert und gesungen.
Dennoch sind alle bis auf einen gut am Samstag morgen aus dem Bett gekommen und waren pünktlich um 8:00 Uhr beim Frühstück.
Heute erwartet uns eine anspruchsvolle Tour durch die Lessinischen Berge. ca. 8 Stunden reine Fahrzeit, die Mitreisenden ahnen noch nichts von der Schönheit und der Dauer der Tour 😂😇.
Nach dem Frühstück waren noch alle frohen Mutes...
Unterwegs sollte uns der Weg über einen kleinen Schotterweg führen, da hat die Meute gemeutert.

Keiner wollte den schönen Weg fahren 😭
Hier war die Landschaft teils etwas karg:

Karge Berge bei 1600m Höhe
Also haben wir abgekürzt, eine Schleife weggelassen und gegen 13:00 Uhr eine Mittagspause mit Macaroni und Ragout eingelegt.

Pause beim Gasthof
Gut gestärkt ging es dann zügig weiter. Die Route barg einige Überraschungen in sich:
Wie durch einen Zauberwald schlängelten sich schmale, zart gewundene Wege den Berg hinauf und hinunter, was die Herzen der Romantiker in uns höher schlagen ließ:

Verwunschener Weg durch den Zauberwald
Die Motorradfahrer in uns konnten die Begeisterung nicht vollständig teilen, wer gut hingehört hat, konnte gelegentlich ein leises Fluchen vernehmen. 😁
Es gab aber auch weite Strecken hervorragend ausgebauter, kurviger Straßen, so dass sich die Mühe gelohnt hat und alle bei der Ankuft im Hotel gegen 16:30 Uhr zufrieden waren.
Auf dem Rückweg wurden wir noch mit einem herrlichen Blick auf den Gardasee belohnt.

Der Gardasee von oben
Die Tagesstatistik sieht nach wenig aus, da den meisten aber die gestrige lange Anreise noch in den Knochen steckte, war schnell Konsens über das Fahrende gefunden.

Tag 2
PS: Ein Umfaller des Alterspräsidenten im Stand blieb ohne Folgen.
Jetzt kann die After-Show-Party starten.
Nachdem gestern die Geschäfte nach dem Bezug der Hotelzimmer schon geschlossen hatten, gab es schon beim Frühstück Ängste vor Dehydration am Abend. Also wurden direkt nach dem Frühstück von der Reiseleitung Vorräte gekauft und in die Kühlschränke auf den Zimmern verbracht. Glück gehabt, die Versorgung ist gesichert.🐷
Zunächst gab es die obligatorische Pizza. Dann sind wir zu "unserer" Eisdiele gegenüber dem Hotel gegangen und haben den Nachtisch erworben.

Eis und Hotel
Danach auf dem Balkon hat sich schnell gezeigt, dass die älteren Teilnehmer den Strapazen nicht mehr voll gewachsen sind. Trotz der erheblichen Menge an Bier, die verkostet wurde, hat sich Müdigkeit eingestellt, so dass Heiko, Carlos und Walter gegen 21:30 Uhr ihr Schlafgemach aufgesucht haben. Kraft tanken für morgen, da geht es Richtung Trento mit dem Monte Bondone.
Um 7:00 Uhr sollten wir abfahren, leider sprang Heikos Motorrad nicht an. Es stellte sich heraus, dass er altes Benzin vom Rasenmäher eingefüllt hat... Nachdem das verbrannt war, lief sie wieder.

Abreise: Vor der Villa Sauerstein
Über die Autobahn (Anfangs ear es neblig und frisch, aber nur JL hatte sein Halstuch vergessen und gefroren 🤦♂️)ging es bis Füssen, dann über Landstraße und Hahntennjoch über das Timmelsjoch. Im Gasthof Hochfirst haben wir etwas gegessen und eine Pause eingelegt.

Pause beim Gasthof Hochfirst

Pause beim Gasthof Hochfirst in idyllischer Landschaft
Von hier sind es nur noch 180km, aber noch 4:30 Stunden 😱😎😀.
Durch Meran mussten wir uns im Feierabendverkehr durchkämpfen, ganz ohne Stau - zumindest in der größten Stadt, die wir passieren - geht es leider nicht.
In Mezzocorona haben wir die letzte Pause gemacht. Da sich bei einigen Mitreisenden schon Erschöpfungszeichen gezeigt haben, sind wir nicht mehr über den Monte Bondone gefahren, sondern fast direkt zum Hotel. Um 20:00 Uhr sind wir gut angekommen und haben den Abend bei einer Pizza, einem Bier und etwas Kopfgetriebeöl ausklingen lassen.

Die Statistik zeigt: Ein schöner Tag, ganz ohne Regen 😀
Gegen 19:30 Uhr bin ich abgefahren und war nach dem Volltanken um 21:15 Uhr bei JL. Heiko war da und wir konnten die Tour 2021 bei etwas Bier einleiten.
Leider ist das Wetter auch dieses Jahr nicht so richtig sommerlich. Regen, Regen, Regen. Die Ahr hat das Ahrtal überflutet, ein weiteres Jahrhunderteireignis. In Süditalien wüten Waldbrände.
Dazu steigen die Coronazahlen schneller als letztes Jahr.
Wir hoffen, dass sich das Wetter noch fängt und denken an das gute Hygienekonzept im Hotel Primo zurück: 🍻🍷🍸😃

Wettervorhersage bis 14 Tage vor Abreise
Aber immerhin konnte ich beim Louis einen neuen Nierengurt von Büse erstehen, passend zu meiner Kombi 😀.
Obwohl wir zwischenzeitlich fast alle geimpft sind, bleibt es mit der möglicherweise bevorstehenden 4. Welle ein Risiko, spontan vor Ort eine Unterkunft zu suchen. Wegen der guten Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren mit dem Hotel Primo gemacht haben, wurde entschieden, dort nochmals eine zu klären. Am Gardasee sind wir noch lange nicht fertig...
Das Hotel ist gebucht und erwartet uns. Schön wäre es, wenn das Wetter etwas besser wäre, als es letztes Jahr war. Ob mein Nierengurt noch im Schrank hängt?
Wir sollten unbedingt wieder durch die Brasa-Schlucht, den Monte Bondone und die Strassen bei Saldagna fahren!
Tatsächlich ließen sich die Touren mit überschaubarem Aufwand planen:
Die Anreise ist bis Memmingen AB geplant, danach über das Timmelsjoch oder den Reschenpass im Kurvenmodus an den Gardasee. 🏝️
Abweichend von den sonstigen Gewohnheiten habe ich einen Showstopper an der BMW nicht erst auf der Reise (Erinnerungen an eine defekte Batterie und die durchscheinende Karkasse eines Hinterreifens werden wach :-) ) schon vor der Tour ersetzt: In meiner Garage roch es nach Benzin, außer der BMW steht nichts darin, das Benzin enthält. Schlussendlich hat sich eine Schnellkupplung des Tanks als defekt erwiesen (nach nur 18 Jahren!) und wurde durch ein schönes Vollmetallteil aus Messing ersetzt.
TWINMAX Schnellkupplung
Vorher stellt sich die Frage nach der Anreise. Bis Pfronten ist alles gleich, danach gibt es folgende Varianten:
| Über | Entfernung | Zeit |
|---|---|---|
| Reschenpass | 400km | 5:40 |
| Timmelsjoch | 385km | 5:20 |
| Brenner | 395km | 4:30 |
Das sieht für mich stark nach Timmelsjoch 🏔️ aus :-), wobei den letzten Ausschlag das Wetter geben wird.
Mehrere Versuche, den Verlust des Nierengurts durch Neukauf zu kompensieren, sind gescheitert. Ich versuche aber, am Ball zu bleiben 😉.
Eine kurze Umfrage mit reger Beteiligung (eine positive Rückmeldung von Heiko) hat dazu geführt, dass sich Frankreich als Ziel für dieses Jahr herauskristallisiert.
Es bleibt abzuwarten, ob der CoViD-19-Impfstoff den gewünschten Erfolg bringt. Derzeit wird nur geplant; der Termin steht und ein wenig Zeit bleibt uns ja bis zum III. Quartal...