Um 4:30 Uhr wollten wir abfahren. Das erste mal zu fünft: Emily (Leifs Freundin) fährt mit und wir erhoffen uns eine ausgleichende Wirkung auf Leif. Die ärmste musste schon um 3:00 Uhr aufstehen, damit sie pünktlich um 4:20 Uhr bei uns ist.
Das ganze hat gut geklappt, tatsächlich sind wir pünktlich losgekommen. Bis Trier ist Leif gefahren, danach eine ganze Weile R und die letzten und schönsten 300km S. Es gab auch Pausen:

Picknick auf dem Hinweg
Wir sind sehr gut durchgekommen und um 17:15 Uhr am Ziel angekommen. Der Plan ist aufgegangen: Noch nie war Leif so friedlich auf der Fahrt.
Das Haus ist riesengroß, französisch pragmatisch und hat einen wärmepumpenbeheizten Pool.
Kaum angekommen haben wir die Zimmer aufgeteilt und sind herunter in die Stadt gegangen. Ein schöner Hafen, es gab eine Imbissbude mit leckeren Snacks und einem lustigen Inhaber, der sogar deutsch sprechen konnte und viele Boule spielende Menschen auf der Straße.

Aufnahme des Selfies am Strand von Cavalaire sur mer

Selfie 2 am Strand von Cavalaire sur mer

Der Hafen von Cavalaire
Den Abend lassen wir im Haus ausklingen, etwas müde sind wir Frühaufsteher alle.
Zunächst mal haben wir alle sehr gut geschlafen und früh morgens beim örtlichen Bäcker in perfektem Hand-und-Fuß-Französisch eingekauft. Nach einem herrlichen Frühstück haben wir bis mittag am Pool gechillt und sind dann an den Strand gefahren.

Der Strand von Cavalaire sur mer
Das Parken war wie immer umsonst, Frankreich hat halt Lebensart. Fast alle waren im Meer und das Wasser war eine herrliche Abkühlung.
Abends haben wir „Mäxchen“ gespielt und ein Kartenspiel, bei dem man auch nach Herzenslust lügen darf, kann und muss. Ein sehr schöner Tag, so kann es weitergehen.
Der Bäcker in Cavalaire sur mer hat zu, wir sind deshalb in den Nachbarort Rayol-Canadel-sur-Mer gefahren, eine typisch südfranzösische abenteuerliche Straße. Heute konnten wir schon draußen Frühstücken. So sieht das Haus aus:

Unser Haus am Berg

Blick von der oberen Terrasse über den (noch abgedeckten) Pool Richtung Meer
Nach dem Frühstück sind wir wieder ans Meer gefahren, in die Bucht Plage de Bonporteau. Um diese Jahreszeit sind dort nur wenige Menschen.

Der Strand in der Bucht de Bonporteau
Es gab hier einen großen Felsen, auf dem man klettern konnte.

Der Kletterfelsen der Bucht Plage de Bonporteau
Es gelang mir, um den Felsen herumzuschwimmen. Dort fanden sich 2 Grotten, die See war aber zu rauh, um dort hineinzuschwimmen und sie zu erkunden. Hinter dem Felsen befand sich jedoch ein weiterer Sandstrand, der offensichtlich seit vielen Jahren nicht mehr genutzt wurde: Teilweise lagen bis zu 50cm hohe Blätterhaufen umher. Am Ende des Strandes führte eine betonierte Treppe hinauf, die in eine weitgehend unbefestigte Treppe mündete. Ganz oben befand sich ein Tor, das abgeschlossen und durch ein daumendickes Drahtseil gesichert war. Also zurück ins Wasser und wieder um den Felsen und die Klippen herumschwimmen, wo ich schon sehnsüchtig von sorgenvollen Gesichtern erwartet wurde. Ein schönes kleines Abenteuer.

Die spitze des Felsens, der zu umschwimmen war
Nach dem Strandausflug sind wir in den örtlichen Carrefour einkaufen gefahren. Dann haben wir unter Zuhilfenahme des Grills am Haus ein lukullisches Festmahl bereitet. S, L1 und Em sind noch runter in die Stadt gefahren, der Rest hat gechillt oder diesen Reisebericht geschrieben. Abends wurde wieder gespielt… und gelacht.
Heute gab es nur ein Expressfrühstück, damit wir gg. 8:30 Uhr aufbrechen können zur Insel Porquerolles. Die Fahrt dorthin entlang der Küste nach Westen dauert etwas mehr als eine Stunde, ist aber überwiegend landschaftlich sehr reizvoll.[^1]
Dann haben wir mit der 10:00 Uhr Fähre übergesetzt. Eine reine Personenfähre mit ca. 80 Personen Kapazität. Nach ca. 30 Minuten waren wir im Hafen von Porquerolles.
Von dort sind wir zunächst nach Osten gewandert, Ziel war der Strand Plage de Notre Dame. Durch weitläufige Haine sind wir der Kontur der Insel gefolgt. Blühende Kakteen säumen den Wegesrand.

Blühender Kaktus auf Porquerolles
Der erste, bereits sehr schöne Strand war Premièrer Courtade. Hier haben wir Halt gemacht und haben uns abgekühlt.

Der Strand Première Courtade
Nach insgesamt ca. 4km Wanderung sind wir an dem wahrlich besonders schönen Strand von Notre Dame angekommen. Wie zu dieser Jahreszeit üblich, waren nur wenige Besucher am Strand.

Abstieg zum Strand

Der Strand Notre Dame
Der Plage de Notre Dame liegt in einer Bucht, ein paar Bötchen liegen vor dem Strand. Das Wasser ist überall in dieser Bucht kristallklar und man kann mindestens bis in 3m Tiefe alles erkennen. Der Grund fällt sanft ab, so dass man auf einer Strecke von ca. 50m jeden Zentimeter des Körpers nacheinander abkühlen kann :-)
Auf dem Grund gibt es viel zu sehen: Sandhäufchen wie von Wattwürmern, verschiedene Fische, die erstaunlich entspannt sind und bis ca. 50cm Annährung keinerler Fluchtverhalten zeigen.
Auch ein Kriegsschiff haben wir sehen müssen, das aber im Laufe unseres Aufenthalts nach rechts aus dem Bild gefahren ist..

Militärschiff in der Bucht
Hier haben wir einige Stunden verbracht.
Danach sind wir ind ie Stadt Porquerolles gegangen und haben uns ein Eis gegönnt. Die Preisgestaltung ist interessant:
Betriebswirtschafltich sinnvoll sind somit natürlich ausschließlch 3 Kugeln. Diese sind dafür richtig groß und es gibt unglaublich viele Geschmacksrichtungen, beispielsweise auch Lavendel, Cassis, etc.
Nach einem Kaffee sind wir noch durch den Hafen geschlendert und haben dann die letzte Fähre um 17:30 Uhr genommen. Diesesmal konnten wir auf dem Deck fahren - herrlich in der sich langsam senkenden Sonne.

Rückfahrt an Deck: Hier Blick auf Porquerolles
Wir sind dann zurück nach Cavalaire sur mer gefahren und haben uns dort Pizzen gekauft, so dass wir gg. 20:00 Uhr in unserem großzügigen Haus am Abendessenstisch versammelt waren. Danach wurde gechillt und, da alle von dem anstrengenden Tag etwas müde waren, früh geschlafen. Außer El und L2, die sich noch heimlich einen Teil des Pools aufgedeckt und über Geschichten aus ihrer Jugend ausgetauscht haben.
Das Frühstück einkaufen war diesesmal besonders erfolgreich, weil Em auf Französisch exakt benennen konnte, was sie in welcher Menge wollte. Allerdings hat der Weg wieder nach Le Rayole Candal sur mer geführt. Wir haben dann Chillzeit bis ca. 14:00 Uhr verabredet. Dann geht es auf nach St. Tropez.
Der Weg nach St. Tropez hat uns über wunderschöne Bergsträßchen geführt. Wir haben am Plage Pamplonne gestoppt, der zu dieser Jahreszeit aber eher enttäuschend war.
In St. Tropez angekommen sind wir zum Hafen gegangen und haben die Polizeistation aus den Louis de Funès Filmen gesucht und gefunden. Keiner der Touristen konnte sich ein "Nein - doch? - Ohhhh" verkneifen :-) .

Die Polizeistation aus den Louis de Funès Filmen, heute ein Filmmuseum
Der Weg hat uns durch den Hafen mit den beeindruckenden Yachten geführt.

Der Hafen von St. Tropez
Hier ist eine Yacht größer und prächtiger als die andere. Manch einer spart ein Leben lang für solch ein Motorrad, das ein Yachtbesitzer am Heck als Dekoration mitführt:

Motorrad im Schneewitchensarg
Danach sind wir noch durch "Les Halles" gegangen, dort sind auch die Clubs, die sich mit den Besuchen der Promis schmücken.
Insgesamt ist St. Tropez cool, es hat es gar nicht nötig, auf dicke Hose zu machen, die Hose ist dick. Es gibt erstaunlich viele Läden, in denen die angebotenen Waren ein normales Preisniveau haben.
Neben pittoresken Sträßchen finden sich auch immer wieder Besonderheiten:

Pittoreskes Sträßchen

Statue vor dem Filmmuseum
Zum Schluss sind wir noch zu der Citadelle de Saint Tropez auf den Hügel gestiegen und wurden mit einem Blick in die Dämmerung mit Beleuchtung der Stadt belohnt.

Blick von der Citadelle über St. Tropez
Früh morgens sind S und R ausgestanden und an den Strand gefahren, und dann weiter über La Bouillabaisse an den Plage de Sylvabelle gewandert.

Wanderweg zum Strand

Tolle Bucht früh am Morgen 1

Tolle Bucht früh am Morgen 2

Haaalllooooo
Mittags haben wir weitere Strände unsicher gemacht und sind nochmals in die Stadt gefahren. Dort haben wir in einer Metzgerei Fleisch gekauft und abends nochmals gegrillt.
Morgens wie immer erstmal stärken:

Kleiner Teil des französichen Frühstücks
Heute sind wir nach Grimaud gefahren und dann weiter nach Port Grimaud. Grimaud ist herrlich pittoresk, Port Grimaud ist auch wunderschön, das Venedig der Côte d'Azur. Hier war schon deutlich Nachsaison - viele Geschäfte hatten geschlossen und Siedlungen mit Ferienwohnungen sind nicht mehr buchbar.

Grimaud

Blaue! Olive in Grimaud

Ruine

Port Grimaud

Der Strand von Port Grimaud
Am frühen Abend sind wir nach Cavalaire sur mer herunter gefahren. Dort war ein elsässiches Fest mit Kougelhopf und allerlei Leckereien. Danach sind wir essen gegangen.[^2] Das Preisniveau in Frankreich ist deutlich höher als bei uns, aber die Qualität ist auch besonders.

Leckeres Essen im Hafen von Cavalaire
Abends haben wir mit Tränen in den Augen angefangen zu packen. Zuhause ist Lukasmarkt, so dass die Kinder quengeln, um möglichst noch dorthin gehen zu können.
Schon um 9:00 Uhr waren wir fertig und konnten das Haus ordentlich verlassen. Wir sind auf der französischen Autobahn super durchgekommen, haben zwischnezeitlich gerastet und sind über Wasserbillig gg. 21:00 Uhr zuhause angekommen.
[^1]: Zurück sind wir über Hyères gefahren, auch sehr interessant aber weniger schön, da etwas weiter Weg von der Küste. [^2]: Im Restaurant hat uns ein Kellner aus Marseille bedient, schnell kam die Sprache auf Fußball, da er uns fragte, ob wir aus Frankfurt kommen. Ich habe mein Fansein für mich behalten, so dass wir nach dem Essen noch einen Limoncello bekommen haben, weil wir keine Frankfurtfans sind :-)